Chinchilla – Zucht und Nachwuchs

Wenn du keinen Nachwuchs haben möchtest, dann solltest du nach Möglichkeit nur gleichgeschlechtliche Chinchillas in einem Käfig halten. Spielst du hingegen mit dem Gedanken, Chinchillas zu züchten beziehungsweise für Nachwuchs zu sorgen, solltest du für das Chinchilla ideale Bedingungen schaffen. Außerdem sollte gewährleistet sein, dass das Chinchilla dann in liebevollen Händen Platz findet. Auf keinen Fall solltest du dich der Chinchilla-Zucht widmen, nur weil du gerne mal sehen möchtest, wie Chinchilla-Babys aussehen.

Wichtige Eckdaten

Die Geschlechtsreife beim Chinchilla beginnt mit etwa 4 bis 5 Monaten. Der Sexualzyklus dauert dann 28 Tage. Sobald sich zwei Chinchillas miteinander gepaart haben, dauert es etwa 110 Tage, bis das Chinchilla die Babys gebärt. Üblich sind 1 bis 4 Babys pro Wurf. Ein gesundes Chinchilla-Weibchen kann bis zu drei Mal im Jahr werfen. Du solltest deinem Chinchilla aber niemals zu viel zumuten und es nicht zu einer Zuchtmaschine machen.

Zuchtkriterien

Chinchillas dürfen nur dann miteinander verpaart werden, wenn beide Elternteile vollkommen gesund sind und keinerlei Krankheiten vererben können. Außerdem solltest du keine Geschwister miteinander verpaaren, denn hier ist die Gefahr groß, dass der Letalfaktor vererbt wird. Nur dann, wenn man sowohl die Elterntiere als auch die Großeltern kennt und diese eine mögliche Zucht zulassen, sollte man daran denken, diese beiden Tiere miteinander zu verpaaren.

Das Weibchen sollte immer mindestens 5 bis 6 Monate Zeit zur Erholung haben, bevor sie wieder schwanger wird. Experten raten dazu, dass ein Chinchilla nicht mehr als fünf Würfe haben sollte und man es dann aus der Zucht befreien sollte.

Man sollte außerdem wissen, dass ein Böckchen, welches schon mal gedeckt hat, nur relativ schlecht wieder in eine Böckchengruppe eingegliedert werden kann. Das sollte man vorher auch bedenken. Eventuell sollte man eine Kastration in Erwägung ziehen.

Der Letalfaktor

Der Letalfaktor verursacht eine Behinderung und Verstümmelung der Babys oder deren Tod im Mutterleib. Deswegen sollte man Chinchillas nur dann züchten, wenn man über ausreichend Kenntnisse verfügt und weiß, woher die Chinchillas stammen. Nicht miteinander verpaart werden dürfen Velvet Chinchillas, denn diese tragen den Letalfaktor in sich.

Paarung und Schwangerschaft

In einem Abstand von 28 bis 35 Tagen tritt beim weiblichen Chinchilla der Sexualzyklus ein und es ist dann paarungsbereit. Dies zeigt sie dem Böckchen dadurch, dass sie einen Brunstpfropfen ausscheidet. Für diesen Zeitraum kann man das Weibchen dann mit einem Böckchen verpaaren. Der eigentliche Akt zwischen den beiden Tieren findet meistens nachts statt. Zunächst wehrt sich das Weibchen noch, die nach einer Hetzjagd im Käfig endet, wenn das Böckchen von hinten auf das Weibchen steigt und es deckt.

Dass ein Chinchilla schwanger ist, entdeckt man meistens erst, wenn das Weibchen in der zweiten oder dritten Wochen schwanger ist. Der Umfang nimmt dann deutlich zu und man kann Bewegungen im Bauch spüren. Jetzt ist Vorsicht geboten, wenn man das Chinchilla hoch nehmen möchte, zudem sollte jedweder Stress vermieden werden.

Beachte bitte auch, dass das Weibchen nun mehr Mineralien und Vitamine benötigt. Achte auf eine besonders abwechslungsreiche Ernährung. In Absprache mit einem Tierarzt können auch bestimmte Präparate sinnvoll sein.

Geburt und Aufzucht

Meistens sieht man die Geburt selbst bei Chinchillas nicht, da diese nachts oder in den frühen Morgenstunden stattfindet. Kurz vor der Geburt bekommt das Chinchilla Wehen. Dies kann man daran erkennen, dass sich das Weibchen krümmt und streckt. Wird das Chinchilla jetzt gestört, versucht es, die Geburt hinauszuzögern und dadurch steigt das Risiko für Komplikationen.

Nach einer halben Stunde der Wehenphase zieht das Weibchen die Babys im Sitzen mit den Zähnen heraus und leckt diese sofort trocken, bevor die nächsten Wehen ein weiteres Baby ankündigen. Je nachdem, wie viele Babys geboren werden, kann die Geburt mehrere Stunden dauern. Nun sollte man für etwa eine Woche das Sandbad entfernen, damit sich die Gebärmutter des Chinchillas nicht entzünden kann.

Die Babys sind bei der Geburt voll entwickelt und wiegen meistens 50 g. Sechs Wochen lang ist das Chinchilla damit beschäftigt, die Babys zu säugen. Bei einem besonders großen Wurf kann es notwendig sein, dass du zufuttern musst (Dosenmilch mit 7,5% Fett mit heißem Trinkwasser im Verhältnis 1:1).

Spätestens dann wenn die Babys vier Monate alt sind, solltest du Männchen von Weibchen trennen, um weiteren Nachwuchs zu vermeiden. Abgegeben werden sollten die Chinchilla-Babys dann in der 12. Woche, damit sie bis dahin von den Eltern noch das übliche Verhalten lernen können.